
Grundschleppnetz-Fischerei
Was ist Grundschleppnetzfischerei?
Grundschleppnetzfischerei (bottom trawling) ist eine zerstörerische Fangmethode, bei der riesige Netze über den Meeresboden gezogen werden und alles, was ihnen im Weg steht, zerstören. Diese Technik zielt zwar auf Arten wie Seehecht und Garnelen ab, vernichtet dabei aber ganze Lebensräume. Korallenriffe, Schwämme und Ökosysteme des Meeresbodens werden nach einem einzigen Schleppzug zu Schutt und Asche reduziert. Sind diese Tiefseelebensräume einmal verschwunden, kann es Jahrhunderte dauern, bis sie sich erholen. Grundschleppnetzfischerei gilt als eine der schädlichsten Fischereipraktiken der Erde.
Zerstörung des Meeresbodens
Schleppnetze wirken wie Bulldozer und zerstören Meeresbodenlebensräume, die unzähligen Meeresarten Schutz und Nahrung bieten. Empfindliche Organismen wie Korallen und Schwämme werden zerrissen und können sich nicht schnell regenerieren. Diese Lebensräume sind oft wichtige Brut- und Aufzuchtgebiete für Fischpopulationen. Einmal zerstört, kann sich das Ökosystem möglicherweise nie wieder erholen. Diese ökologische Zerstörung spiegelt die Bedenken hinsichtlich des Tiefseebergbaus wider und zeigt, wie beide Industrien den Meeresboden auf verheerende Weise ausbeuten.
Anheizen der Überfischungskrise
Grundschleppnetzfischerei trägt zur Überfischung bei, indem sie große Mengen an Nichtzielarten und Jungfischen entnimmt. Ganze Fischschwärme werden ausgelöscht, sodass sich die Populationen nicht erholen können. Dies gefährdet die Ernährungssicherheit und verschärft die Belastung der ohnehin schon stark beanspruchten Ozeane. In Namibia hat die Schleppnetzfischerei wichtige Arten dezimiert, die einst blühende Fischereien und Exporte ermöglichten. Sie steht in direktem Zusammenhang mit der Überfischungskrise, die bereits jetzt marine Ökosysteme und Küstengemeinden bedroht.
Kollateralschaden: Seevögel in Gefahr
Obwohl Seevögel nicht die eigentliche Zielscheibe sind, bedroht die Grundschleppnetzfischerei sie durch Beifang und Nahrungsverlust. Oftmals werden unerwünschte Fische in den Netzen zurückgelassen, wodurch weniger Beutetiere wie Sardinen und Sardellen für Brillenpinguine und andere gefährdete Seevögel zur Verfügung stehen. In Namibia sind die Seevogelpopulationen bereits massiv zurückgegangen, da die Bestände an Futterfischen zusammengebrochen sind. Die Grundschleppnetzfischerei verschärft diese Krise, indem sie Nahrung entzieht, die eigentlich das Überleben der Meeresfauna sichern sollte. Im Hinblick auf unsere Arbeit mit gefährdeten Seevögeln ist der Zusammenhang offensichtlich: Die Schleppnetzfischerei schwächt das Ökosystem von unten nach oben.
Kohlenstoff- und Klimaprobleme
Das Schleppnetzfischen über den Meeresboden zerstört nicht nur Lebensräume, sondern wirbelt auch den in den Meeressedimenten gespeicherten Kohlenstoff auf. Wissenschaftler schätzen, dass die Grundschleppnetzfischerei jährlich mehr CO₂ freisetzt als die gesamte globale Luftfahrtindustrie. Das bedeutet, dass die Schleppnetzfischerei nicht nur zum Verlust der Artenvielfalt, sondern auch zum Klimawandel beiträgt. In Namibia, wo der Benguelastrom eine Schlüsselrolle im globalen Klimasystem spielt, ist der Schutz der Sedimente besonders wichtig.
Der Meeresboden sollte eine Kohlenstoffsenke und keine Kohlenstoffquelle sein.
Kurzfristiger Gewinn, langfristiger Verlust
Industriefischereiflotten rechtfertigen die Grundschleppnetzfischerei oft mit wirtschaftlichen Vorteilen und Exporten. Doch diese Gewinne sind kurzlebig, während die ökologischen Schäden jahrhundertelang anhalten. Küstengemeinden, die auf gesunde Fischbestände angewiesen sind, sind letztendlich die Leidtragenden. Wenn Ökosysteme zusammenbrechen, verschwinden auch Arbeitsplätze und Fischerei. Genau wie beim Tiefseebergbau werden die Kosten der kurzfristigen Ausbeutung von zukünftigen Generationen getragen.
Ein Aufruf zum Ende der Grundschleppnetzfischerei
Grundschleppnetzfischerei ist in vielen Meeresschutzgebieten verboten, wird aber weltweit weiterhin betrieben. Namibia und andere Länder stehen nun vor der Wahl: Meereslebewesen schützen oder zerstörerische Praktiken ungehindert weiterlaufen lassen. Ein Ende der Grundschleppnetzfischerei käme bedrohten Seevögeln zugute, würde Fischbestände wiederherstellen und marine Ökosysteme sichern. Genau wie beim Tiefseebergbau liegt die Lösung darin, Nein zu Praktiken zu sagen, die den Ozean für kurzfristigen Gewinn opfern.
Der Schutz des Meeresbodens ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit unserer Ozeane und all jener, die von ihnen abhängig sind.
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