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Yachthafen

Überfischung

Die globale Krise der Überfischung

Überfischung ist eine der größten Bedrohungen für unsere Ozeane. Industrielle Fangflotten entnehmen Fische schneller, als diese sich fortpflanzen können. Einst artenreiche Meere werden leergefischt. Das bedeutet nicht nur weniger Fisch auf dem Markt, sondern destabilisiert ganze Meeresökosysteme. Korallenriffe, Küstenlebensräume und Raubtierpopulationen geraten aus dem Gleichgewicht, wenn nicht mehr nachhaltig gefischt wird.

Namibias Küste: Reichhaltig, aber unter Druck

Der Benguelastrom vor Namibia zählt zu den produktivsten Meeresökosystemen der Welt und bietet Millionen von Seevögeln, Robben und Fischarten Nahrung. Seine kalten, nährstoffreichen Gewässer beherbergten einst blühende Sardinen- und Sardellenfischereien, die Arbeitsplätze und Exporterlöse sicherten. Doch jahrzehntelange intensive Überfischung hat die Sardinenbestände an den Rand des Aussterbens gebracht, und auch andere Arten sind vom Aussterben bedroht. Industriefischereiflotten betreiben weiterhin Fischerei in einem Ausmaß, das schwer zu überwachen und noch schwerer durchzusetzen ist. Ohne dringende Maßnahmen drohen Namibias Ozeane die Fehler anderer zusammengebrochener Fischereien weltweit zu wiederholen.

Von Sardinen über Robben bis hin zu Pinguinen

Kleine Fische wie Sardinen und Sardellen bilden das Fundament des marinen Nahrungsnetzes in Namibia. Wenn diese Artenbestände zusammenbrechen, hat das gravierende Folgen für das gesamte Ökosystem. Kap-Pelzrobben, Brillenpinguine und viele Seevogelarten sind zum Überleben auf diese Fische angewiesen, doch Überfischung lässt ihnen kaum noch Nahrung. Der ohnehin schon gefährdete Brillenpinguin hat drastische Bestandsrückgänge erlitten, die mit dem Verschwinden der Sardinen aus den namibischen Gewässern zusammenhängen. Der Schutz dieser Futterfische sichert das Überleben ganzer Ökosysteme.

Nicht nur Fische, sondern auch Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Aquakulturunternehmen und industrielle Fischereiflotten argumentieren oft, dass die Fischerei Arbeitsplätze schafft und die nationale Wirtschaft stärkt. Doch wenn Überfischung zu einem Zusammenbruch der Fischbestände führt, vernichtet sie weitaus mehr Arbeitsplätze, als sie schafft. In Namibia sind Subsistenzfischer am stärksten vom Rückgang der Sardinen- und Sardellenbestände betroffen, die einst die Küstengemeinden ernährten. Große Flotten mögen kurzfristig profitieren, doch die langfristigen Kosten tragen die Einheimischen und zukünftige Generationen. Wahre wirtschaftliche Sicherheit kann nur durch nachhaltige Bewirtschaftung, nicht durch rücksichtslose Ausbeutung erreicht werden.

Beifang: Die versteckte Gefahr

Die Schäden der Überfischung reichen weit über die Arten hinaus, die gewinnbringend gefangen werden sollen. Industrielle Fangmethoden wie Schleppnetzfischerei und Langleinenfischerei töten unzählige unbeabsichtigte Opfer, den sogenannten Beifang. In namibischen Gewässern verfangen sich jedes Jahr Seevögel wie Albatrosse und Sturmvögel in Fischernetzen und ertrinken. Auch Delfine, Schildkröten und Haie fallen Netzen zum Opfer, die für andere Arten bestimmt sind. Diese stillen Verluste tauchen selten in den offiziellen Fangstatistiken auf, sind aber verheerend für die marine Artenvielfalt.

Export von Rohstoffen

Ein Großteil des namibischen Fisches dient nicht der lokalen Bevölkerung, sondern wird in wohlhabende Länder exportiert. Wertvolle Arten wie Seehecht werden nach Europa und Asien verschifft, wo sie auf Luxusmärkten hohe Preise erzielen. Gleichzeitig werden erschwingliche einheimische Fische zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet, um Zuchtlachse und -garnelen im Ausland zu füttern. Dies führt dazu, dass die Namibier weniger Zugang zu Meeresfrüchten haben und die Ernährungssicherheit im Land gefährdet ist. Die Überfischung befriedigt die Bedürfnisse reicher Nationen, während sie die einheimische Bevölkerung verarmen lässt.

Die dringende Notwendigkeit des Wandels

Überfischung ist keine unvermeidliche Folge der Welternährung. Sie ist das Ergebnis schlechten Managements, mangelhafter Kontrollen und kurzfristiger Gewinnorientierung. Namibia hat die Chance, eine Vorreiterrolle einzunehmen, indem es nachhaltige Fangquoten festlegt, Meeresschutzgebiete ausweitet und sicherstellt, dass die lokalen Gemeinschaften von den Ressourcen des Ozeans profitieren. Der sofortige Schutz der Fischbestände sichert die Arbeitsplätze, Nahrungsmittel und gesunde Ökosysteme von morgen. Die Zukunft des Benguelastroms hängt von mutigen Entscheidungen ab, die jetzt getroffen werden, nicht erst später. Ohne Gegenmaßnahmen wird die Überfischung Namibia und der Welt einen ihrer größten Naturschätze rauben.

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