
Namibische Robbenjagd
Was ist die namibische Robbenjagd?
Namibia betreibt eine jährliche Robbenjagd, auch bekannt als Robbenmassaker oder Robbenschlachtung. Die namibische Regierung genehmigt eine jährliche Quote für die Tötung von 60.000 Robbenwelpen und 8.000 ausgewachsenen Robbenbullen. Die Robbenjagd in Namibia findet in verschiedenen Robbenkolonien statt, darunter im Cape Cross Seal Reservat.
Ausgewachsene Robbenbullen werden in der Regel erschossen, Robbenjunge werden mit einem Holz- oder Metallstock auf ihren weichen Kopf geschlagen, bis sie sterben.
Die Robbenjagd wird derzeit in acht weiteren Ländern praktiziert: den Vereinigten Staaten, Kanada, Dänemark, Island, Norwegen, Russland, Finnland und Schweden.
Warum findet die Robbenjagd in Namibia statt?
Die Robbenjagd wurde hauptsächlich durch den kommerziellen Wert von Robbenfell, -öl, Robbenbullen-Genitalien, Leder und anderen Robbenprodukten angetrieben. Aufgrund internationalen Drucks und Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Jagd haben mehrere Länder, darunter die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die Einfuhr von Robbenprodukten aus Namibia verboten. In China besteht jedoch ein starker Markt für Robbenbullen-Genitalien.
Am 1. März 2023 brachte der Abgeordnete Mike Kavekotora im namibischen Parlament einen Antrag ein, „Lösungen für die verheerenden Auswirkungen der zunehmenden Robbenpopulation auf die nachhaltige Fischerei zu finden“. Bislang wurden keine Entscheidungen getroffen, das namibische Parlament führt jedoch derzeit Konsultationen mit Interessengruppen, vorwiegend aus der Fischereiindustrie.
Hat die Robbenjagd eine kulturelle Komponente?
Die Robbenjagd zur Selbstversorgung hat in Namibia eine lange Tradition und wurde über Generationen von der Topnaar-Gemeinschaft betrieben. Sie lieferte ihnen Nahrung, Öl, Felle und andere Ressourcen, die für ihren Lebensunterhalt und ihre kulturellen Bräuche unerlässlich waren. Robben gehören heute nicht mehr zum Lebensstil der Topnaar, und ihren Mitgliedern werden keine speziellen Jagdquoten mehr zugeteilt.
Warum wird die Robbenjagd in Namibia kritisiert?
Die Robbenjagd in Namibia ist Gegenstand internationaler Kontroversen und Besorgnis bei Tierschutzorganisationen, Wissenschaftlern und Umweltschützern. Kritiker argumentieren, dass diese Praxis grausam und nicht nachhaltig sei und erhebliche soziale und ökologische Auswirkungen auf die Robbenpopulationen und das marine Ökosystem habe.
Wird die Robbenjagd in Namibia fortgesetzt?
Auch im Jahr 2026 findet die namibische Robbenjagd weiterhin jährlich statt.
Die namibische Regierung verteidigte die Praxis und erklärte, sie sei nachhaltig und notwendig, um den Robbenbestand zu regulieren und den Lebensunterhalt der lokalen Gemeinschaften zu sichern.
Es ist wichtig zu beachten, dass der Markt für Robbenbabys zusammengebrochen ist und daher nur ein geringer Prozentsatz der zulässigen Quote für Robbenbabys geschlachtet wird (siehe Tabelle unten).
Robben werden für die Dezimierung der Fischbestände verantwortlich gemacht, und es besteht die Sorge, dass die Regierung von einer gewinnorientierten Jagd zu einer bezahlten Massentötung übergehen wird.

Wie positioniert sich OCN zur Robbenjagd?
Aktuell werden hauptsächlich Robbenbullen gejagt. Obwohl ihre Anzahl im Gesamtkontext gering ist, haben wir mit großer Sorge festgestellt, dass vorwiegend die stärksten Bullen ins Visier genommen werden, obwohl sie sich eigentlich jedes Jahr fortpflanzen sollten. Die gezielte Tötung von Robbenbullen stört die Struktur der Robben und könnte der Populationskontrolle entgegenwirken.
Wir lehnen die Möglichkeit eines von der Regierung angeordneten Massentötens von Robben zum Zwecke der Populationskontrolle kategorisch ab.
Sind Robben für die dezimierten Fischbestände Namibias verantwortlich?
Robben sind ein Indikator für die Gesundheit der Ozeane. Namibias Robbenkolonie ist stark, was darauf hindeutet, dass reichlich Nahrung vorhanden ist.
Robben ernähren sich hauptsächlich von Grundeln und Laternenfischen, beides Arten, die nicht kommerziellen gefischt werden. Lediglich die Bestände der kommerziell inteessanten Fischarten gehen zurück, was darauf hindeutet, dass die Fischereiindustrie für die Überfischung selbst verantwortlich ist.
Robben fressen nur so viel, wie sie brauchen. Fischereiunternehmen fischen so lange, bis nichts mehr übrig ist.
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